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Karl-Peters-Straße bald rassistenfrei ? |
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Donnerstag, 18. Februar 2010 |
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Waller Ortspolitiker missachten Anwohnervotum –
Name bleibt erhalten, bezieht sich aber künftig auf einen Strafrechtsreformer
Seit Mai letzten Jahres ist eine mögliche Umbenennung der in Bremen-Walle befindlichen Karl-Peters-Straße in die öffentliche Diskussion gerückt. Stadtteilpolitiker der SPD und der „Grünen“ haben sich an dem verdienten Afrikaforscher und Kolonisten Karl Peters gestört gefühlt und versuchten die Anwohner in einem Brief davon zu überzeugen, dass eben dieser Karl Peters ein böser Rassist sei und man deshalb den Straßennamen ändern müsse. In dem an 187 Haushalte versendeten Brief, begründen die Stadtteilpolitiker ihren Vorstoß mit dem Hinweis, dass Karl Peters (eigentlich Carl Peters) die Bevölkerung der von ihm geschaffenen Kolonie Deutsch-Ostafrika „in übelster Weise behandelt“ habe und er deshalb unehrenhaft aus dem Reichsdienst entlassen worden sei. Im Dritten Reich sei er von den damaligen Machthabern jedoch rehabilitiert worden. Der Waller Stadtteilbeirat und das hiesige Ortsamt möchten, so am Ende des Schreibens, den Stadtteil Walle und vor allem die AnwohnerInnen von diesem makelbehafteten Namen „befreien“.
Die äußerst fragwürdige „Befreiung“ von dem Straßennamen wäre allerdings mit hohen Kosten und nervenaufreibender Bürokratie verbunden; denn Personalausweise, Führerscheine und sonstige Dokumente der Anwohner müssten geändert bzw. erneuert werden. Diesen Fall zum Anlass nehmend, verteilten im Sommer letzten Jahres nationale Aktivisten der Bremer NPD und freier nationaler Strukturen Flugblätter in der betroffenen Straße sowie in den ebenfalls von einer Straßenumbennung bedrohten Waller Straßen, der Nachtigalstraße, der Leutweinstraße und dem Leutweinplatz.
Kurz nach der Verteilung der Flugblätter kam es in der Karl-Peters-Straße zu einer Anwohnerbefragung, dessen Ergebnis für die Initiatoren sehr ernüchternd gewesen sein muss. So erklärte der Ortsamtsleiter Hans-Peter Mester, dass es lediglich 18 Zustimmungen, aber 36 Ablehnungen, „teils von drastischen Kommentaren begleitet“ gegeben hat. Die restlichen 133 Befragten, die die Befragung unbeantwortet ließen, scheinen von dem ganzen Spektakel alles andere als begeistert zu sein. Einige Anwohner machten uns in Gesprächen deutlich klar, dass sie von einer Umbenennung ihrer Straße, in der sie zum Teil schon seit über 60 Jahren wohnen, absolut garnichts halten.
Nachdem die etablierten Stadtteilpolitiker die deutliche Ablehnung der Anwohner wahrnehmen mussten, fanden sie nun einen anderen Weg, das Votum der Anlieger zu umgehen: Der Name „Karl-Peters-Straße“ bleibt erhalten, bezieht sich jedoch auf einen gleichnamigen Strafrechtsreformer. Eine Tafel unterhalb des Straßenschildes soll künftig darauf hinweisen. Die Initiatoren seien mit der Lösung zufrieden, äußern jedoch ein allgemeines Bedenken, ob „Basisdemokratie im ortspolitischen Alltag“ überhaupt angebracht sei. In Zukunft will man bei vergleichbaren Fällen auf eine Anwohnerbeteiligung ganz einfach verzichten und den Willen der Bewohner missachten. So sieht also das demokratische Verständnis der etablierten Stadtteilpolitiker aus...
Die Umbenennung der Leutweinstraße, des Leutweinplatzes und der Nachtigalstraße in Walle sowie der Togostraße und der Kamerunstraße in Oslebshausen, dürfte wohl auch schon bald, in ähnlicher Weise vollzogen werden.
Wir werden in den nächsten Wochen weiter über dieses Thema berichten und mit verschiedenen Aktionen auf diesen widerlichen Vorgang hinweisen.
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