Kriegsminister Peter Struck (SPD) steigerte sich auf der Hirnlos-Skala mit dem selten dümmlichen Ausspruch: "Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt!" Wessen Freiheit? Afghanistan, das lernte ich als kleiner Junge im Erdkundeunterricht, ist ein "Pufferstaat", der zwischen Großmächten wie Iran, Rußland und China liegt. Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: "unsere" amerikanischen Verbündeten wollen dort ihre Interessen wahrnehmen: die Illusion von "Afghanistan als guter Vorposten zur Hölle" war schnell geschaffen. Dabei interessierte es die Besatzer nicht, ob Mädchen dort zur Schule gehen dürfen oder ob der "böse" Osama Bin Ladin gefaßt wird. Afghanistan sollte reif zu "Freiheit, Meinungsvielfalt, Menschenrechten und Demokratie" gebombt werden. Genauso, wie es unsere "Verbündeten" (in Wirklichkeit: feindliche Besatzer) mit Deutschland gemacht hatten, als die Städte Hamburg, Lübeck, Dresden und viele andere ihrem Bomben-Holocaust zum Opfer fielen.
Da die "deutsche" Außenpolitik nicht in Berlin gemacht wird, sondern in Tel-Aviv und in Washington, war es selbstverständlich, daß auch deutsche Soldaten nach Kundus geschickt wurden. Zunächst wurden uns massenweise Märchen aufgetischt: die deutschen Soldaten seien beliebt, gründeten Verkehrsschulen und spielten den Verkehrskaspar, helfen den Bauern beim Melken ihrer Ziegen und ähnlicher Quatsch mehr. Ach ja, eine funktionierende Polizei sollte auch nach 2001 aufgebaut werden, wovon aber zehn Jahre später immer noch keine Spur zu sehen ist. Es schien so, als hätten sie den Auftrag: "Geht ins Wasser und putzt die Fische - aber macht euch nicht naß dabei!" Kaum jemand wagte, das Wort "Krieg" in den Mund zu nehmen. Doch das Märchen vom "den Menschen dienenden Auftrag" (humanitärer Auftrag) entpuppte sich schnell als Lügengerüst. Immer wieder starben deutsche Soldaten bei sogenannten "Zwischenfällen". Bei jedem "Zwischenfall" spielte der neue "Verteidungs"-Minister die gleiche Schallplatte ab, mit den gleichen hohlen Satzbausteinen: "feiger Anschlag", "Hinterhalt der Taliban", "wir fühlen aufrichtig mit den Angehörigen der getöteten Kameraden" (welch ein Hohn!), um zum Schluß zu sagen: "Das ändert nichts an der Tatsache, daß der friedensstiftende Einsatz unverzichtbar für unsere Freiheit und die der Staatengemeinschaft ist". Wieso eigentlich unverzichtbar? Wenn die Afghanen doch die Taliban wollen, dann sollen sie doch die Taliban haben. Was interessiert einen deutschen Hauptschüler, wenn in Afghanistan Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen und sich mit einer Burka verhüllen müssen? Das kennt er doch auch hier aus dem täglichen Straßenbild. Es geht lediglich um die Wahrung der hegemonistischen Interessen der USA, die in Afghanistan einen Vasallenstaat errichten wollen, damit der "Irre aus Teheran" ("BILD-Zeitung") in Schach gehalten werden kann. Die Errichtung eines Vasallenstaats der USA hat ja auch auf deutschem Boden geklappt, und mit Hilfe der deutschen Heloten soll das auch in Kabul gelingen. Völkerrechtswidrig, weil gegen UNO-Recht verstoßend, winkte der Bundestag als Befehlsempfänger des amerikanischen Kriegsministeriums einen Einsatz nach dem anderen durch, wobei sich die angeblich "friedensbewegten" Grünen besonders eifrig hervortaten.
Wir Nationaldemokraten waren von Anfang an ohne Wenn und Aber gegen den Kriegseinsatz. Jedes Volk soll das Recht auf seine Selbstbestimmung haben. Das fällt vielen etablierten Politikern schwer. Wenn eine amerikanische Kaserne geschlossen werden soll, dann kriechen sie schwanzwedelnd wie ein Hund zum Besatzer und betteln auf weiteren Verbleib des Feindes in unserem Land. Na, wie pervers ist das denn?
Der neue "Verteidigungsminister" Karl Theodor zu Guttenberg ist Liebling der BILD. Er bekommt oft die Eigenschaftswörter "jung", "dynamisch", "jugendlich" und "gutaussehend" zugeteilt und wird auch gerne "Shooting - Star der CSU" genannt (wobei wir ihn eher als "Rohrkrepierer" bezeichnen würden!) Als mal wieder deutsche Soldaten dem Gemetzel zum Opfer fielen mit Toten und Verletzten, zeigte er "Verantwortung" und flog nach Kundus. Dort tönte er großspurig: "Ich bleibe nicht lange, ich bringe schon bald die verletzten Kameraden nach Hause!" Das war auch nötig, denn seine Tube mit dem Haargel war schon fast leer. In Istanbul endete dummerweise der Flug wegen der Vulkanasche. Guttenberg mußte im VW-Bulli über den Balkan nach Berlin fahren. Sehr schön, jetzt weiß er auch mal, wie es normalen Bürgern geht, die nicht ständig für jede Kaffeefahrt ein Bundeswehr-Flugzeug zur Verfügung haben. Nach seiner "Odyssee" kam er endlich in Berlin an. Und - die Hauptsache: die Frisur sitzt noch immer!
Doch es blieb ihm kaum Zeit sich bei Gottschalk, Maischberger oder Kerner herum zu lümmeln, er mußte nach Ingolstadt, zum Trauergottesdienst für die vier getöteten deutschen Soldaten. Den armen Angehörigen der vier Toten blieb auch nichts erspart: zu Guttenbergs Geschleime setzten auch noch Merkel und ihr Vizekanzler Westerwelle ihre betroffensten Gesichtsmasken aus und vermittelten den Müttern, Frauen, Kindern und Freundinnen der Soldaten ihr heuchlerisches Beileid (wobei es bei Westerwelle, wenn er von "Ehe" und "Familie" spricht, so ist, als ob der Blinde einen Vortrag über Farben hält). Guttenberg kündigte an: "Es wird noch mehr Tote geben!" Na, prima - und wofür? Guttenberg, Merkel und Westerwelle, ab an die Front, kämpft dort für eure Verbündeten und schickt unsere Jungs nach Hause. Jetzt. Sofort. Ohne wenn und aber.