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Au weia! Kein Pöstchen mehr frei! Drucken E-Post
Dienstag, 6. April 2010
Der bei der Bremerhavener Bevölkerung allseits beliebte, volksnahe und erfolgreiche Oberbürgermeister Jörg Schulz hat uns allen zu Beginn des Jahres einen mächtigen Schrecken eingejagt: er erklärte, daß seine Amtszeit im Neblung (November) 2010 enden wird. Dieser Schrecken fuhr auch seinen SPD - Genossen heftigst in die Glieder. Was tun? Wie es bei der SPD so üblich ist, mußte schnell ein gut bezahlter Posten für Schulz gefunden werden. Denn in seinem eigentlichen Beruf als Amtsrichter möchte Schulz wohl eher nicht arbeiten. Das hat sicherlich nichts damit zu tun, daß Amtsgerichtspräsident Uwe Lissau früher mal SPD- Mitglied war und dann ausgetreten ist!

Doch - wehe! - die Genossen mußten erkennen, daß alle gut bezahlten Pöstchen schon vergeben waren: so wurde der frühere Fraktionsvorsitzende Christian Bruns Chef der STÄWOG. In dieser Funktion ist er auch Herr im "Zoo am Meer". Es gilt als unwahrscheinlich, daß Bruns freiwillig für Schulz seinen Sessel räumt. Waren das früher goldige Zeiten! Da konnte J.Henry Wilhelms (zwar CDU, aber auch verdient) als Grüßaugust zu den VGB weggelobt werden. Ein Direktorenplatz, der überflüssig war wie ein Blinddarm, der aber dennoch sehr gut bezahlt wurde. Leider wurde Wilhelms bei einer Feier in seinem Haus von einem seiner Lustknaben verprügelt und beraubt, so daß der Ärmste nicht mehr seinen Frühstückstückdirektoren-Posten ausüben konnte! Dazu war er seelisch und körperlich zu krank. Mit Freude konnten wir vernehmen, daß er trottz schwerer Krankheit es mit seinem Wagen regelmäßig auf den Betriebshof von "Bremerhavenbus" schaffte, um diesen dort mit stark verbilligtem Kraftstoff (für Vorstandsmitglieder) auftanken zu können.
Oder nehmen wir das Beispiel des "verdienten SPD-Genossen" Uwe Parpart. Dieser möchte so gerne im Chefsessel der "Bremischen Landesmedienanstalt" sitzen. Leider ist diese Anstalt so überflüssig wie die Anti-Baby-Pille für Westerwelle: der Zweistädtestaat Bremen kann nicht verhindern, daß Sender aus dem (niedersächsischen) Umland empfangen werden können. Für Parpart gab es ein kleines Trostpflaster: er sollte (wenn auch nur "ehrenamtliches") Mitglied im Magistrat werden. Dumm war nur, daß auch dort alle Sessel besetzt waren. Da kam man auf die schlaue Idee, für Parpart einen Posten zu schaffen: "Dezernent für die Volkshochschule"! Heureka, das Ei des Columbus! Im Volksspott wurde er "Minister für Gullideckel" genannt.
Nein, das alles ist für den GROBAZ (Größter Oberbürgermeister aller Zeiten) nichts! Die Kasse muß ja auch stimmen. Die lieben Genossen wollten ihm etwas richtig Nettes beschaffen - damit er ihnen in Zukunft nicht mehr in die Quere kommt. Denn bei der SPD Bremerhaven gilt: wer diese Genossen hat, der braucht keine Feinde mehr. Und flugs wurde man fündig: Schulz soll ab November "Konzernbeauftragter der BLG" werden - den braucht auch kein Mensch, wird aber gut bezahlt. Konzernsprecher Andreas Hoetzel verwies dieses Ansinnen jedoch in das Reich der Märchen. Der Chefsessel bei Bremen-Ports wird auch wohl nicht für Schulz angewärmt. Sprecher Holger Bruns wischt diese Anfrage der Genossen mit dem Kommentar "Alles Humbug" vom Tisch.
Man könnte weinen, wenn es nicht so traurig wäre. Will denn wirklich keiner unseren "obersten Wirtschaftsförderer" haben? Rückt er seinen Genossen auch noch nach November 2010 auf die rote Pelle? Nein, Hoffnung ist in Sicht. Schulz bleibt unser beliebter OB. Und danach? Dann schließt er die Möglichkeit nicht aus, nach Bremen zu wechseln und Senator zu werden. "Landesvater" Jens Börnsen wird bei dieser Aussicht sicherlich vor Freude in die Luft springen!
 
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